Die japanische Teezeremonie: Ablauf und Bedeutung

Die japanische Teezeremonie: Ablauf und Bedeutung
Chanoyu heißt wörtlich "heißes Wasser für Tee". Gemeint ist die japanische Teezeremonie, bei der Matcha in einer Schale mit dem Bambusbesen aufgeschlagen und einem Gast gereicht wird. Der Ablauf folgt einer festen Reihenfolge, und jeder Handgriff hat eine Funktion. Nichts davon ist Dekoration.
Woher sie kommt
Der Mönch Eisai brachte gemahlenen Grüntee 1191 aus China nach Japan und beschrieb ihn 1211 in seiner Schrift Kissa Yōjōki. In den Klöstern war Matcha zunächst ein Mittel, um während langer Meditationen wach zu bleiben. Zur Form, die wir heute kennen, wurde die Zeremonie im 16. Jahrhundert durch Sen no Rikyū.
Die vier Prinzipien
Rikyū fasste die Haltung in vier Begriffen zusammen: wa (Harmonie), kei (Respekt), sei (Reinheit) und jaku (Stille). Sie beschreiben keine Stimmung, sondern das Verhalten im Raum: wie man den Raum betritt, wie man die Schale hält, wie man sie weitergibt.
Das Gerät, und was es tut
- Chawan, die Schale. Breit genug, um mit dem Besen zu arbeiten, dickwandig genug, um die Wärme zu halten.
- Chasen, der Bambusbesen. Aus einem Stück Bambus geschnitten, je nach Bauart mit 70 bis 120 Spitzen. Er löst das Pulver und schlägt Luft ein.
- Chashaku, der Bambuslöffel. Zwei gestrichene Portionen entsprechen etwa 2 g.
- Natsume, die Teedose, und hishaku, die Wasserkelle aus Bambus.
- Fukusa, das Seidentuch zum rituellen Reinigen der Geräte vor den Augen des Gastes.
Ein Schneebesen aus Metall geht auch, das Ergebnis ist nur schlechter. Der Chasen hat mehr Spitzen als jedes Küchengerät, und genau daher kommt der feine, stabile Schaum.
Usucha und Koicha
Es gibt zwei Zubereitungen. Usucha, dünner Tee, ist die alltägliche Form: rund 2 g Pulver auf 60 bis 70 ml Wasser, kräftig aufgeschlagen, mit Schaum. Koicha, dicker Tee, ist die formellere: etwa die doppelte Pulvermenge auf weniger Wasser, nicht geschlagen, sondern langsam verrührt, bis eine zähe, glänzende Masse entsteht. Koicha verlangt einen hochwertigen Grad, weil jede Bitterkeit ungefiltert durchkommt.
Der Ablauf einer Usucha-Runde
- Der Raum wird vorbereitet und gelüftet, das Gerät bereitgelegt.
- Chawan und Chasen werden mit heißem Wasser angewärmt. Der Besen wird dabei weich, damit die Spitzen nicht brechen.
- Das Wasser wird ausgegossen, die Schale trockengewischt.
- Zwei Chashaku-Portionen Matcha kommen in die Schale, gesiebt, wenn das Pulver Klümpchen zeigt.
- 60 bis 70 ml Wasser mit 70 bis 80 °C dazu.
- Im Zickzack aufschlagen, aus dem Handgelenk, etwa 15 Sekunden, bis eine feine Schaumschicht steht.
- Die Schale wird mit beiden Händen gereicht, die Vorderseite zum Gast gedreht.
- Der Gast dreht die Schale ein wenig, bevor er trinkt, um nicht von der Vorderseite zu trinken.
Die Kurzfassung für Ihre Küche
Ohne Tatami und ohne Kimono funktioniert das Wesentliche genauso: 2 g sieben, 60 bis 70 ml Wasser mit 70 bis 80 °C, Zickzack, trinken, solange der Schaum steht. Das dauert drei Minuten. Der einzige Fehler, der alles ruiniert, ist kochendes Wasser. Danach schmeckt auch der beste Matcha nach verbranntem Spinat, und niemand wird Ihnen glauben, dass es am Wasserkocher lag.
Der Matcha in der Schale
Für Usucha und erst recht für Koicha brauchen Sie einen zeremoniellen Grad aus erster Ernte. Unser Matcha Zen Ceremonial wächst beschattet in Jingshan (China) und wird bei Zhejiang Camel Transworld in Yuhang (Hangzhou) verarbeitet. Langsame Steinmahlung, daher das feine Pulver, die lebendige Farbe und der frische Duft. 100 g für 24,99 €, rund 50 Schalen. Kostenloser Versand nach Deutschland, 14 Tage Widerrufsrecht.
Wenn Ihnen die formelle Zeremonie fern liegt, Sie aber zu Hause anfangen möchten, steht die einfache Variante in Matcha richtig zubereiten. Was in klinischen Studien gemessen wurde und bei wem, steht mit allen Quellenangaben in unserem Beitrag zur Studienlage.