Warum schmeckt Matcha nach Fisch? Drei Ursachen
Warum schmeckt Matcha nach Fisch? Drei Ursachen
Wenn Matcha nach Fisch oder Algen schmeckt, liegt es fast immer an einem von drei Dingen: späte Ernte, Oxidation durch falsche Lagerung, oder zu heißes Wasser. Alle drei lassen sich abstellen, zwei davon sofort. Eine vierte Ursache kommt seltener vor, ist aber real: zugesetzte Algen zur Farbkorrektur.
Ursache 1: späte Ernte
Die erste Frühjahrsernte liefert junges Blatt mit viel Theanin und vergleichsweise wenig grober Bitterkeit. Spätere Pflückungen kehren das Verhältnis um. Das Ergebnis ist ein flaches, salziges Profil, das viele als Algen oder Fisch beschreiben. Wenn auf der Packung nichts zur Ernte steht, war es in der Regel nicht die erste.
Ursache 2: Oxidation
Matcha ist gemahlenes Blatt mit enormer Oberfläche. Licht, Wärme und Luft arbeiten schnell. Ein Beutel, der seit dem Frühjahr offen im Regal über dem Herd steht, verliert Farbe und Duft und bekommt genau diese maritime Note. Aufbewahrung: luftdicht, dunkel, kühl, und nach dem Öffnen innerhalb weniger Monate aufbrauchen.
Ursache 3: zu heißes Wasser
Bei 95 °C oder darüber verbrennt das Pulver. Die Bitterkeit schießt nach oben, die Umami-Süße verschwindet, und was bleibt, schmeckt nach nassem Seetang. Richtig sind 70 bis 80 °C. Ohne Thermometer: aufkochen, Deckel ab, zwei bis drei Minuten warten. Das ist die billigste Reparatur in diesem ganzen Artikel.
Die vierte, unangenehme Ursache
Manche Anbieter mischen Algen wie Chlorella unter, um ein stumpfes Pulver optisch aufzufrischen. Das verändert den Geschmack in genau die Richtung, über die Sie sich beschweren. Reiner Matcha hat eine Zutat. Steht mehr auf der Liste, ist es kein reiner Matcha.
Die Diagnose in 60 Sekunden
- Farbe. Leuchtend grün heißt jung und gut gelagert. Oliv oder gelblich heißt spät geerntet oder oxidiert.
- Geruch am trockenen Pulver. Süßes, frisch geschnittenes Gras ist richtig. Heu, Fisch oder gar nichts ist es nicht.
- Eine Messerspitze trocken auf die Zunge. Umami und leichte Süße sind richtig. Salzig und kratzig ist es nicht.
Wenn Ihr Matcha alle drei Tests besteht und der Aufguss trotzdem nach Nordsee schmeckt, war es das Wasser. Nichts anderes.
Wie die Schale schmecken sollte
Ein zeremonieller Grad aus erster Ernte ergibt ein leuchtendes Grün, eine feine, stabile Schaumschicht, eine dichte Textur und eine Umami-Süße, die nach dem Schluck noch ein paar Sekunden bleibt. Bitterkeit gehört dazu, aber im Hintergrund und ohne zu kratzen.
Was in der Schale steckt
Weil das ganze Blatt getrunken wird, kommen Catechine, Theanin, Koffein, Chlorophyll und Ballaststoffe mit, rund 48 mg Koffein bei 2 g Pulver, gerechnet mit den 2,4 g pro 100 g, die die USDA-Datenbank für Matcha allgemein angibt. Zum Catechingehalt: Weiss und Anderton veröffentlichten 2003 im Journal of Chromatography A (PMID 14518774) eine Messung von 137-mal mehr EGCG pro Gramm Trockenblatt als beim Grüntee China Green Tips. Zu Wirkungen an Menschen gab eine randomisierte, placebokontrollierte Studie in Nutrition Research von 2021 (Baba et al., PMID 33744591) 42 Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren zwei Wochen lang täglich 2 g Matcha und maß die Reaktionszeiten im Stroop-Test nach einer Stressinduktion.
Was wir verkaufen, und warum es hier passt
Unser Matcha Zen Ceremonial ist erste Ernte, beschattet angebaut in Jingshan (China), verarbeitet bei Zhejiang Camel Transworld in Yuhang (Hangzhou), eine Zutat und sonst nichts. 100 g im wiederverschließbaren Doypack für 24,99 €, rund 50 Schalen. Kostenloser Versand nach Deutschland, 14 Tage Widerrufsrecht. Gegen zu heißes Wasser hilft allerdings auch der beste Matcha nicht.
Quellen
- Baba Y, Kaneko T, Takihara T., Matcha consumption maintains attentional function following a mild acute psychological stress without affecting a feeling of fatigue: A randomized placebo-controlled study in young adults. Nutrition Research, 2021. PMID 33744591. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33744591/
- Weiss DJ, Anderton CR., Determination of catechins in matcha green tea by micellar electrokinetic chromatography. Journal of Chromatography A, 2003. PMID 14518774. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14518774/